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2 Ergebnisse zum Thema "Risikobewertung"

Risikomanagement in Unternehmen

April 2017

Zwei wesentliche Aspekte des Risikomanagements bestehen darin, erstens Risiken zu erkennen und zweitens Risiken entsprechend zu quantifizieren – beispielsweise mittels der drohenden Schadenssumme basierend auf der Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos. Nicht nur aufgrund von...

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Risikomanagement in Unternehmen

April 2017

Zwei wesentliche Aspekte des Risikomanagements bestehen darin, erstens Risiken zu erkennen und zweitens Risiken entsprechend zu quantifizieren – beispielsweise mittels der drohenden Schadenssumme basierend auf der Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos. Nicht nur aufgrund von regulatorischen Vorgaben in bestimmten Branchen und wegen Corporate-Governance-Regelungen hat die Bedeutung von Risikomanagement in den letzten Jawhren stwark zugenommen. Die Integration von Risikomanagement in den Unternehmensalltag ist regelmäßig von der Größe des Unternehmens wie auch von der Unternehmensbranche abhängig und daher hinsichtlich Komplexität und Leistungsfähigkeit des Risikomanagements sehr unterschiedlich ausgestaltet. Typischerweise umfasst Risikomanagement folgende Teilbereiche:

  • Risikoanalyse (zur Identifikation und Bewertung potentieller Risiken),
  • Risikoplanung und –steuerung (z.B. durch Priorisierung der Risiken basierend auf der Risikostrategie) sowie
  • Risikoüberwachung (mithilfe von expliziten Verantwortlichkeiten, Berichtsintervallen, Schwellenwerten und Toleranzgrenzen etc.).

Verschiedene Risikomanagement-Stufen

Wenngleich es keine standardisierte Klassifizierung von Risikomanagement gibt, lassen sich doch unterschiedliche Stufen – auch bezogen auf die Steuerungsrelevanz und strategische Ausrichtung des Risikomanagements – ausmachen. Eine stufenweise Einteilung sieht etwa „Initiales Risikomanagement“ als erste Ausprägung vor. Gefolgt von „Risikomanagement als rechtlich vorgeschriebenes Minimalsystem“, „Risikomanagement als komplexe Rechenübung“ und „Risikomanagement als integriertes Steuerungssystem“ ist als höchste Ausprägung „Integriertes Chancen- und Risikomanagement“ vorgesehen. Eine ähnliche Einteilung beginnt mit „Implizites Risikomanagement“ gefolgt von „Explizites einfaches Risikomanagement“, „Explizites systematisches Risikomanagement“ und schließlich als höchste Ausprägungsstufe „Explizites in das Führungssystem integriertes Risikomanagement“.

Den dargestellten Einteilungsformen ist gemein, dass in der einfachsten Form Risikomanagement unsystematisch und eher intuitiv betrieben wird. Das kann sich auch darin widerspiegeln, dass lediglich besonders große Risiken erfasst und einzeln dargestellt werden – entsprechend erfolgt auch die Risikoberichterstattung anlassfallbezogen. Auf der nächsten Evolutionsstufe wird bereits versucht, unternehmensweit alle wesentlichen Risiken systematisch zu erfassen und zu dokumentieren. Ebenso wird über die Risiken aktuell und regelmäßig berichtet. Das „Risikomanagement als komplexe Rechenübung“ ist dadurch gekennzeichnet, dass auch eine qualitative oder quantitative Risikobewertung durchgeführt wird. Ergänzt wird dies oftmals durch die aggregierte Darstellung der wesentlichen Risiken, beispielsweise in Form von Risk Maps.

Risikomanagement, welches eine zunehmende Steuerungsrelevanz sowie eine stärkere strategische Ausrichtung besitzt, bietet eine Verknüpfung mit operativen Plangrößen wie Ergebnis vor Steuern oder Cash Flow. Dadurch soll auch die Einbeziehung von Risikomanagementmaßnahmen, sowohl mit ihrem Nutzen als auch mit den zusammenhängenden Kosten, erreicht werden. In einer weiteren Ausprägung wird das Risikomanagement stärker strategisch ausgerichtet, wodurch nicht nur operative, sondern auch strategische Zielgrößen als Bezugspunkte zur Risikoidentifikation und –bewertung herangezogen werden. Risikomanagement ist dann sehr stark in die strategischen Planungs- und Steuerungsprozesse des Unternehmens eingebunden. Durch die Integration in das Führungssystem wird auch die unternehmensweite Akzeptanz und Verankerung von Risikomanagement sichergestellt.

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BASEL II - worauf Banken beim Rating achten

Juni 2006

"Mit Jahresbeginn 2007 werden die neuen Standards für die Risikobewertung und Eigenkapitalausstattung der Banken - unter dem Schlagwort "Basel II" bereits viel diskutiert - in der EU in Kraft treten." Das europäische Parlament hat die Richtlinie zu Basel II...

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BASEL II - worauf Banken beim Rating achten

Juni 2006

"Mit Jahresbeginn 2007 werden die neuen Standards für die Risikobewertung und Eigenkapitalausstattung der Banken - unter dem Schlagwort "Basel II" bereits viel diskutiert - in der EU in Kraft treten."

Das europäische Parlament hat die Richtlinie zu Basel II bereits abgesegnet, nun folgt die Umsetzung in nationales Recht. Derzeit befinden sich die Banken in einem Umstellungsprozess, in dessen Verlaufe die neuen Vorschriften in den Kreditvergabeprozess schrittweise einfließen.

Unter dem Begriff "Rating" versteht man die Beurteilung der Bonität eines Kreditnehmers auf Basis standardisierter qualitativer und quantitativer Kriterien durch Ratingagenturen oder Banken. Durch das Rating erhält der Kreditgeber ein besseres Bild seines Vertragspartners, mit dem er in der Lage sein soll, die Kreditkonditionen entsprechend zu gestalten.

Durch das Ratingverfahren wird der Kreditvergabeprozess auch für den Kreditnehmer transparenter. Es werden jene Faktoren ersichtlich, die von der Bank bei Beurteilung der Bonität als entscheidend angesehen werden. Das gibt dem Kreditnehmer die Möglichkeit zur Beeinflussung dieser Faktoren bzw. uU zur Verbesserung seiner Verhandlungsposition.

Aus Sicht des Kreditnehmers ist es daher empfehlenswert sich mit dem Ratingprozess auseinander zu setzen und mit entsprechenden Vorbereitungsarbeiten zu beginnen. Ziel soll sein, durch bewusste Steuerung der entsprechenden Ratingkriterien günstigere Kreditkonditionen zu erlangen. Voraussetzung für ein effektives Bonitätsmanagement ist die Kenntnis der von Bank zu Bank unterschiedlich eingesetzten und gewichteten Kennzahlen bzw Kriterien des Ratingprozesses.

Die folgende Tabelle stellt für sechs österreichische Großbanken die am häufigsten im Ratingprozess zur Anwendung kommenden Kennzahlen dar:

  BA-CA Erste Bank Investkredit Oberbank ÖV AG Raiffeisen
Eigenkapitalquote
x
X
x
x
x
x
Cashflow-Quote
x
 
x
 
 
x
Schuldentilgungsdauer
 
X
x
X
 
 
Zinsendeckung
 
 
 
x
x
x
Gesamtkapitalrentabilität
 
X
X
 
 
x
Umsatzhöhe
x
X
x
 
 
 

Im Folgenden wird die Berechnung dieser Kennzahlen dargestellt und deren Aussage erläutert:

Eigenkapitalquote:

Stellt den prozentuellen Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital (Bilanzsumme) dar und gilt als Maßstab des "Risikopuffers" in Krisenzeiten.

Eigenkapital * 100

Gesamtkapital

Cashflow-Quote:

Setzt den Cashflow in Verhältnis zur Betriebsleistung bzw zu den Nettoerlösen und gibt Auskunft über die Fähigkeit eines Unternehmen, Mittel aus dem operativen Bereich zu erwirtschaften, die für Investitionen oder zur Schuldentilgung zur Verfügung stehen.

(EGT + AfA1 - kalkulatorischer Unternehmerlohn2) * 100

Gesamtkapital

Schuldentilgungsdauer:

Der Cashflow in Relation zu den Nettoverbindlichkeiten zeigt wie lange das Unternehmen (theoretisch) benötigt, um seine Schulden zurückzuzahlen.

(Verzinsliches Fremdkapital - flüssige Mittel - Wertpapiere des Umlaufvermögens)

(EGT + AfA - kalkulatorischer Unternehmerlohn )

Zinsendeckung:

Die Zinsendeckung zeigt den "Spielraum" eines Unternehmens hinsichtlich Zinsveränderungen. Ein Faktor kleiner 1 bedeutet, dass das Unternehmen nicht in der Lage ist, die Fremdkapitalzinsen aus den - im ordentlichen Geschäftsbetrieb erwirtschafteten - Mitteln zu decken und gilt als Warnsignal.

(EGT + AfA + Zinsensaldo - kalkulatorischer Unternehmerlohn)

Zinsensaldo

Gesamtkapitalrentabilität:

Die Gesamtkapitalrentabilität liefert eine Aussage über die Verzinsung des eingesetzten Kapitals (Eigen- und Fremdkapital).

(EGT + Zinsaufwand brutto - kalkulatorischer Unternehmerlohn) * 100

(Bilanzsumme - erh. Anzahlungen + stille Reserven + Leasingverpflichtungen)

Neben den Kennzahlen ("hard facts") fließen noch die sogenannten qualitativen Faktoren ("soft facts"), wie zB Person des Unternehmers/Managementfähigkeiten, Aktualität der Daten oder Branchenentwicklung in den Ratingprozess ein. Darüber hinaus wird bei nahezu sämtlichen Banken auch das tatsächliche Überziehungsverhalten des Kunden berücksichtigt.

Durch entsprechende (proaktive) Information und Kommunikation mit der Bank kann der Unternehmer zumindest dafür sorgen, dass sein Rating die tatsächliche Situation des Unternehmens wiedergibt. Dazu wird es in einigen Fällen nötig sein, das Rechnungswesen hin zu einem zeitnahen, laufenden Controlling zu entwickeln, um den entsprechenden Informationsbedarf der Banken decken zu können. Eine gute Gesprächsbasis mit dem zuständigen Mitarbeiter der kreditgewährenden Bank kann das Bonitätsmanagement unterstützen.

Abschließend sei festgehalten, dass eine effiziente Unternehmensplanung nicht nur die Unternehmensführung erleichtert, sondern auch dem Kreditinstitut die zukünftigen Entwicklungsmöglichkeiten des Unternehmens besser aufzeigt. Vor dem Hintergrund dieser Herausforderungen sollte der Unternehmer den Kontakt mit seinem Steuer- bzw Unternehmensberater intensivieren, um die entsprechenden Maßnahmen rechtzeitig umsetzen zu können.

Buchtip: Bonitz/Ostermann: Handbuch zur Ratingvorbereitung und Ratingverbesserung


1 Absetzungfür Anlagen (Abschreibung)
2 zB bei Einzelunternehmen bzw Personengesellschaften

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